Longevity ... Langlebigkeit
Wie wollen wir eigentlich alt werden?
Weißt du das für dich? Ich gebe es zu: ich wusste es ganz lange nicht so wirklich. So lange wir jung sind, machen wir uns darüber vielleicht nicht so viele Gedanken.
In der Zwischenzeit habe ich lange geschwankt. Große Reisen wollte ich noch mal machen, so wie früher vor den Kindern. Theater, Konzerte, ... Dann kam das Leben dazwischen. Heute habe ich ein klares Bild vor Augen.

Ich möchte gesund sein und ein selbstbestimmtes Leben führen. Ich möchte eine sinnvolle Beschäftigung haben und Menschen um mich herum. Und ich möchte auf diesem Hof hier alt werden, von dem aus ich diesen Artikel gerade schreibe. Zwischen Latwerge (Zwetschgenmus) im Backofen, einem unfertigen Garten, Wäschebergen und genug Aufgaben, um zu wissen, dass mir nicht langweilig wird die nächsten Wochen, Monate, vielleicht Jahre. Und ja, dazwischen vielleicht noch die ein oder andere Reise, aber die Liste ist kleiner geworden.
Hört sich unspektakulär an. Und dann doch wieder nicht. Wie viele Menschen kenne ich eigentlich noch, die gesund alt werden? Ohne Demenz, Arthrose, Bluthochdruck, Krebs, etc. Ohne jeden Tag Pillen schlucken zu müssen, die einen Haufen Nebenwirkungen haben. Und ohne diese Zipperlein, die wir alle so hinnehmen und für das Alter halten.
Longevity.
Die ganze Gesundheits-Szene scheint inzwischen von nichts anderem mehr zu sprechen. Als wäre das etwas völlig Neues. Und wenn man nicht aufpasst, bekommt man im gleichen Atemzug irgendwelche teuren Wundermittel verkauft.
Dabei verbirgt sich dahinter etwas ganz anderes.
Die Longevity-Forschung beschäftigt sich unter anderem auch mit den sogenannten BlueZones. Das sind Regionen auf diesem Planeten, in denen Menschen sehr alt werden und dabei erstaunlich fit und gesund bleiben.
Wir Ayurvedis schmunzeln darüber ein wenig. Schon vor 10 Jahren, als noch niemand davon sprach, fiel mir auf, was für eine positive Energie auf Ayurveda-Veranstaltungen herrscht.
Die Menschen haben Charisma. Sie strahlen eine Präsenz aus, wie ich sie bis dato nur vereinzelt wahr genommen habe. Sie sind bis ins hohe Alter aktiv, klar im Verstand und soweit man das von außen beurteilen kann, kerngesund. Ich habe mit meiner Menschenkenntnis noch nie so oft falsch gelegen, wenn ich das Alter eines Menschen geschätzt habe. Diese Menschen sehen definitiv ganz oft nicht so alt aus, wie sie sind.
Heute weiß ich, es liegt an diesem Wissen. Es heißt übersetzt nicht umsonst "das Wissen vom langen und gesunden Leben". Seit über 3.500 Jahren.
Aber warum sprechen eigentlich gerade plötzlich alle von Longevity?
Was denkst du? Schreib es mir gerne mal.
Um ehrlich zu sein, ich weiß es auch nicht.
Vielleicht liegt es daran, dass uns langsam klar wird, dass dieses Gesundheitssystem, dass einmal eins der besten der Welt war, uns nicht mehr tragen wird?
Vielleicht fragen wir uns auch langsam, warum wir trotz dieses guten Gesundheitssystems als Gesellschaft immer kranker geworden sind?
Vielleicht ist es aber auch die Frage nach der Definition von alt werden? Geht es uns um die Jahre, die nachher auf unserem Grabstein stehen? Oder geht es uns um das Leben, das wir geführt und genossen haben?
Wann haben wir Menschen eigentlich aufgehört, daran zu glauben, dass wir fit und gesund uralt werden können? Und wann haben wir angefangen, alte Menschen abzuschreiben, und den Anspruch zu haben, mit 60 noch genauso auszusehen, wie mit 30? Früher hat man die Älteren für ihre Weisheit, ihre Lebenserfahrung gefeiert? ...und man tut es immer noch in den Naturvölkern.
Ich habe meine Uroma kennen lernen dürfen. Als sie starb, war ich 22 Jahre alt. Sie wurde 98. Als ich als Teenager meine ersten Kopfschmerzen bekam, verstand sie die Welt nicht mehr. Sie wusste nicht, was Kopfschmerzen sind. Sie war nicht immer gesund. Sie hatte auch Gallensteine und sogar schwarzen Krebs. Das war in ihren 80ern. Aber sie überstand beides. Sie hat sich immer wieder erholt und ich habe mich immer wieder gefragt, wo sie diese Resilienz her hatte. Von einem vorteilhaften Leben kann man bei zwei durchlebten Kriegen und Flucht wohl kaum sprechen.
Als ich zum Ayurveda kam, schloss sich der Kreis. Meine Uroma hatte das, was man zwischenzeitlich ein schweres Leben nannte. Es war immer etwas zu tun. Teils schwere körperliche Arbeit. Aber es war auch immer Zeit für einen Kaffee oder Tee. Sie hat sich immer über Besuch gefreut. Was auf den Tisch kam, wurde im Garten angebaut, kam direkt vom Landwirt oder aus der dorfeigenen Backstube. Es wurde frisch gekocht und für den Winter eingekocht. Ihre Ernährung war weitgehend frei von industriell verarbeiteten Lebensmitteln. Ich hingegen ernährte mich schon als Teenager von fettreduzierten Lebensmitteln und hatte mit Mitte 20 bereits eine Antibiotika-Resistenz, Penicillin-Allergie und die Diagnose Migräne.
Das wohl hartnäckigste Vorurteil gegen Ayurveda - so scheint es mir - ist, dass es wahnsinnig kompliziert sein muss und man durch die Regeln das Leben nicht mehr genießen kann.
Aber das Gegenteil ist der Fall. Ayurveda hat mir ohne Penetranz mein Leben zurück gegeben. Viele Menschen wissen nicht von mir, dass ich ayurvedisch lebe. Im Restaurant esse ich von der Karte, bei Freunden und Familie, was auf den Tisch kommt. Früher hatte ich Unverträglichkeiten und Allergien. Heute können sich meine Gastgeber entspannen. Und nein, ich stehe nicht mitten in der Nacht auf, um meine Morgenroutine durchzuziehen.
Was diese Menschen auch nicht wissen: 2014 war ich so krank, dass mein Körper nach nur 4 Stunden keine Energie mehr für den restlichen Tag hatte. Und in den folgenden 10 Jahren ging es nicht nur bergauf.
Das Leben verläuft in Wellen. Es ist nicht perfekt.
In diesen 10 Jahren gab es Zeiten, da hatte ich so viel Energie, wie nie zuvor in meinem Leben. Und dann gab es Zeiten, in denen ich nicht wusste, wie ich den Tag überstehen sollte.
Genau das sind die Zeiten, die mir immer sehr eindrücklich den Wert des Ayurveda zeigen. Es sind nicht die guten Zeiten, in denen du es schaffst, optimal für dich zu sorgen und alles perfekt zu machen. Wann ist das Leben schon mal perfekt? ...und wer will das überhaupt?
Es sind jene Zeiten, in denen du froh bist, dich zu kennen. Zu wissen, was dich erdet, was dich ein- und durchschlafen lässt oder welches Essen dich nährt und welches dir nicht gut tut. ... um dann mit minikleinen Schritten wieder in die eigene Kraft zu kommen oder sie erst gar nicht zu verlieren.
ich frage mich manchmal, wo ich heute stehen würde, wenn ich dieses Wissen nicht gehabt hätte.
Dein Körper spricht mit Dir. Eigentlich müssen wir nur wieder seine Sprache verstehen lernen.
Die Menschen, die so wahnsinnig alt werden und dabei auch noch gesund bleiben, sie haben etwas gemeinsam. Und dieser gemeinsame Nenner zieht sich durch die Blue Zones, durch die Longevity-Forschung und seit mindestens 3.500 Jahren durch den Ayurveda.
Und deshalb werde ich über die einzelnen Bereiche für dich in den nächsten Monaten schreiben. ... und die Artikel dann hierunter verbinden.
Wenn dich das also interessiert und dir meine Zeilen gefallen haben, dann lass mir ein Herzchen da, empfehle den Artikel weiter und trage dich in die LebensZeilen ein, um nichts mehr zu verpassen.
Die Blue Zones zeigen uns fünf große Lebensbereiche, die immer wieder auftauchen:
Ernährung
Bewegung
Sinn
Verbindung
...und wenn du für dich tiefer einsteigen möchtest, lass uns gemütlich und unverbindlich zusammen bei einem Tee plauschen, wo du stehst und was alles möglich ist. Mein Kalender versteckt sich hinter dem grünen Button oben rechts auf der Seite.






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