Wie ich mich selbst halte
- Anke Keller

- 2. Mai
- 4 Min. Lesezeit
Was ich mache, wenn ich keine Energie mehr habe.

Als ich gestern Morgen aufwachte, spürte ich meinen ganzen Körper, mein Kopf fühlte sich an, als hätte jemand zu viel Watte hinein gestopft, ich hatte die neunte Nacht in Folge nicht durchschlafen können. Dumpfe Schmerzen im ganzen Körper und diese unfassbare Erschöpfung hielten mich jetzt im Bett fest, während gleichzeitig eine Unruhe in mir aufstieg. Da war so viel zu tun. So viel war in den letzten Tagen ohnehin schon liegen geblieben.
Früher hätte ich das übergangen und wäre zur Tagesordnung gewechselt. Die Schmerzen - das wusste ich schon - würden sich erst mal legen. Aber ich wusste auch, dass sie danach umso stärker zurück kommen würden. Ich würde meine ToDo's irgendwie schaffen, aber es dürfte mir nichts quer kommen, denn meine Nerven lagen blank.
Ich sinnierte halb vor mich hin dösend:
Im Leben kommt irgendwie immer irgendetwas quer, vor allem wenn man es nicht gebrauchen konnte.
Ich lag im Bett und überlegte, was ich tun sollte. Ich hatte keine Termine, auch keine Abgaben, also beschloss ich heute in meinem Tempo in den Tag zu starten.
Ich blieb noch einen Moment liegen. Einfach so.
Als ich aufstand war ich innerlich ruhig.
Ich kochte mir eines meiner Lieblingsgetränke für den Morgen, nahm mein Tagebuch und meine schamanischen Seelenorakel Karten und setzte mich damit in die Sonne. Der schleichende Schlafmangel hatte so viel Schwere in den Alltag gebracht, ich brauchte einen Hinweis für wieder mehr Leichtigkeit. Von selbst fiel es mir nicht mehr ein.
Und so saß ich da unter meiner in voller Blüte stehenden Zierkirsche in meinem unperfekten Hof zwischen Blumenerde, leeren und verwelkten Töpfen, drinnen im Haus ein Chaos (auch hier war in den neun Tagen schon viel liegen geblieben) und einer Menge ToDo's auf meiner Liste im Kopf.
Ich spürte in meinen Körper,
mein Geist beruhigte sich.
Ich merkte,
wie meine Lebensenergie zurück kam.
Ich habe gestern noch viel geschafft. Nicht weil ich funktioniert habe, da hätte mein Körper vermutlich komplett gestreikt. Ich habe mir einen Moment Zeit genommen.

Wir alle haben unsere Aufgaben, so wie ich die letzten 9 Nächte. Aufgaben, die wir oft nicht mal als solche sehen, deren Erfüllung wir als selbstverständlich hinnehmen, um uns dann auch noch dafür runter zu machen, wenn es an der ein oder anderen Stelle hakt.
Wir sind müde von Medien, die uns schnelle Lösungen für das perfekte Leben vorgaukeln, vom Funktionieren und der Jagd nach der besten Version unserer selbst.
Wir sehnen uns nach dem Gegenteil. Aber selbst wenn wir wissen, was es ist, wir tun es oft nicht.
Warum? Weil wir Angst haben vor der Veränderung?
Und so scrollen wir durch die Medien, lassen uns berieseln und vielleicht buchen oder kaufen wir diese eine perfekte Lösung, von der wir vielleicht noch vor ihrem Eintreffen wissen werden, dass es maximal kurzfristig einen kleinen Erfolg bringt. Wir lenken uns ab, in der Hoffnung, dass wir dadurch Kraft gewinnen. Und scheinbar ist das auch so, weil unser Körper - dieses unglaubliche Wunderwerk der Schöpfung - es schafft, aus jeder klitzekleinen Möglichkeit, den höchstmögliche Nutzen zu ziehen. Er macht Limonade aus den bitteren Zitronen, die wir ihm geben.
Gestern war es anders. Ich habe mir die Zeit genommen. Habe reflektiert, was eigentlich ist. Es einfach mal aufgeschrieben, während mein Lieblingsgetränk meine Seele und meinen Körper nährte. Noch mehr Kraft kam zurück. Die Karte, die ich gezogen hatte, tat ihr übriges. Sie lenkte meine Aufmerksamkeit weg vom Schmerz und der Schwere und erinnerte mich daran, was mir jetzt gut tun würde. Und weißt Du, was paradox war? Es war etwas von meiner ToDo-Liste.
Manchmal müssen wir Aufgaben gar nicht abgeben, wenn es zu viel wird.
Manchmal reicht es aus, Ihnen eine andere Bedeutung zu geben. Ich räumte meinen Hof auf, bepflanzt die Töpfen neu, und nahm mir die Zeit, mir etwas frisch zu kochen. Jede einzelne dieser Aufgaben erdete mich, schenkte mir Lebensenergie, auch weil ich mir zwischendurch kleine Minimomente gab, um die Ergebnisse zu genießen.
Ich habe an dem Tag noch mehr geschafft und - was soll ich sagen - es kam etwas quer. Aber meine Nerven waren wieder gestärkt.
Es sind nicht die großen Dinge, nicht die perfekten Routinen, die Befolgung aller Regeln, die uns helfen.
Es ist der Kontakt zu uns selbst. Dieser eine Atemzug, den wir inne halten und wahrnehmen, was uns jetzt gut täte - oder auch nur, was nicht stimmt. Ich hatte ihn lange verloren. All das Wissen, auf das wir heute zugreifen können, teils widersprüchlich, teils vergänglich, es ist nie auf uns und unser Leben zurecht geschnitten. Es berücksichtigt nie unsere alltäglichen Herausforderungen.
Ich habe auch den Ayurveda lange Zeit so gesehen. Als Wissen. Ich dachte, ich müsste es verstehen, dabei ist seine Typenlehre eine massive Abkürzung im Versuch,
das Richtige für einen selbst zu finden,
darin, sich selbst wieder besser zu kennen.
Denn am Ende sind wir alle einzigartig und brauchen unseren ganz eigenen Weg.
Vielleicht kennst du das auch? Vielleicht sind es bei dir andere Symptone, ganz bestimmt sind es andere Methoden und trotzdem hat dich etwas berührt.
Wenn du magst, schreib mir gerne oder hol dir einen kleinen Moment für dich. In meinen 6-8 Minuten Audios geht es genau darum: wieder bei sich selbst anzukommen.
Ich bin jedenfalls da.
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