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AyurTaBu #4 - mein Freund Hashimoto & ich

Ich weiß nicht, wie lange ich schon Schilddrüsenhormone nehme. 15 Jahre vielleicht. Was ich habe, weiß ich seit 5-7 Jahren. Hashimoto. Damals vor 15 Jahren gab es kein wirkliches Arztgespräch zu dem Thema. Der Bericht vom Spezialist ging an meinen Hausarzt und der verschrieb mir damals das Hormon. Auf die Frage, was ich tun könne, antwortete er mit "Nichts. Das ist einfach ein Defekt der Schilddrüse. Und weil Sie die Hormone, die dadurch nicht mehr produziert werden, brauchen, bekommen Sie dieses Präparat." So in der Art zumindest. Genau weiß ich das natürlich nicht mehr. 

 

Eine halbe Ewigkeit später vor 7-8 Jahren nahm mich der Schilddrüsenspezialist bei der jährlichen Untersuchung zur Seite und fragte mich, ob ich überhaupt wisse, was ich da habe. Er klärte mich auf, dass ich tunlichst auf jodhaltige Produkte verzichten sollte, weil das wäre als würde ich Benzin ins Feuer gießen. Ich war stinksauer. Wofür hatte ich meinen Hausarzt damals eigentlich gefragt, was ich tun könne. Inzwischen hatte mein Hashimoto-Freund die Schilddrüse im Sturm und auch noch mit meiner Unterstützung erobert.

 

Ich nahm das an, nahm endlich wirklich regelmäßig meine Hormone (Ich bin kein Mensch, der regelmäßig Tabletten nehmen kann. Etwas in mir verweigert es regelmäßig, so dass ich es vergesse. Aber jetzt kommt das nur noch sehr selten vor.) und achtete auf den Verzicht von Jod, wo es nur ging. Mehr ging damals nicht. Es gab andere Baustellen in meinem Leben, die meine volle Aufmerksamkeit brauchten.

 

Vor 5 Jahren kam der Burnout. Ich war längst nicht mehr die Patientin, die alles als gegeben hinnahm, aber ich hatte in diesem Moment überhaupt keine Kraft mehr. Meine Energiereserven waren leer. Der Hausarzt von damals unterstützte mich dabei, den nachhaltigen Weg der Genesung zu gehen mit selbstfinanziertem Achtsamkeitstraining und so weiter. Für ihn war die Diagnose klar. 15 Monate später trat das Wissen vom langen gesunden und glücklichen Leben (Ayurveda) in mein Leben und mit ihm die Erkenntnis, dass es eben sehr wohl einen Zusammenhang zwischen allen Erkrankungen in meinem Körper gab. Mein Freund Hashimoto war nur die Spitze des Eisbergs. Und inzwischen frage ich mich, ob er nicht auch für den "Burnout" verantwortlich war. 

 

"Puh, das ist ein sehr komplexes Thema!" sagte meine neue Hausärztin vor einer Woche, als ich mit ihr über Ursachen und Ursachenermittlung sprechen wollte und gab mir damit zu verstehen, dass meine Zeit nach den vorangegangenen Untersuchungen bereits um sei. Ich kann es ihr nicht übel nehmen, denn sie hatte sich zuvor schon wirklich viel Zeit für ein anderes Thema für mich genommen. 

 

Ich habe im letzten halben Jahr ein unayurvedisches Buch gelesen über meinen Freund Hashimoto. Und wenn ich eins verstanden habe, dann dass er wirklich ein Freund ist. Er ist wie die Kontrollleuchte im Auto, die Dir signalisiert, dass der Motor einen Defekt hat. Nur dass ich - vielleicht wie viele andere auch - mit den Tabletten nur dafür sorgte, dass das Lämpchen nicht mehr leuchtet und während dem dabei zuschaute, wie der Motor verreckt und das ganze Auto gleich mitnimmt. Bis zu dem Zeitpunkt, als ich vor einer Weile beschlossen habe, das Thema anzugehen. Von den einst vielfältigen Diagnosen, die ich mit mir rumschleppte, sind nur noch mein Freund Hashimoto und mein Übergewicht übrig geblieben. Auch da gibt es einen Zusammenhang. Stichwort Stoffwechselstörung. Das ist mir klar geworden, nachdem ich bemerkt habe, dass ich im Moment unfähig bin, abzunehmen. Egal was ich tue. 

 

Und so hat mein Freund Hashimoto es doch noch geschafft: Ich höre ihm zu. Sehe hin. Und ich will es verstehen. 

 

Ich gehe den ayurvedischen Weg. Heute seit 28 Tagen esse ich kein Fleisch und keinen Käse mehr. Das war ein riesiger Schritt und ich bin echt stolz wie nie auf mich! Kein junges Getreide essen schaffe ich schon weitgehend. Der nächste Schritt ist auf Schnaubkram wie Schokolade und Chips ganz zu verzichten. Ich weiß auch nicht, warum an der Stelle meine Abneigung gegen industriell gefertigte sogenannte Lebensmittel versagt und die hin und wieder für die Kinder gekauften Kleinigkeiten manchmal den Weg nicht zu ihnen schaffen... ich bin eben auch nur ein Mensch. ;-)  

 

Mit der Entfernung meiner letzten Amalgan-Plombe von anno-dazumal in 12 Tagen werde ich eine große Entgiftungsaktion starten. Und dann schauen wir mal, was mein Freund Hashimoto mir noch so alles zuflüstert. JETZT bin ich jedenfalls ganz Ohr und halte Euch auf dem Laufenden.

 

Unsere Schilddrüse ist das Steuerorgan für unseren Stoffwechsel. Hashimoto ist zudem eine Auto-Immun-Erkrankung und eines der letzten Mittel des Körpers, uns mitzuteilen, dass etwas nicht stimmt. Sich selbst zu zerstören ist eine Verzweiflungstat, wenn wir alle anderen Signale des Körpers zu überhören scheinen, erklärte unser indischer Professor in der Ayurveda-Ausbildung und irgendwie leuchtet mir das ein. 

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Kommentare: 1
  • #1

    Cornelia Pessenlehner (Samstag, 09 November 2019 11:50)

    Danke für deinen sehr persönlichen Erfahrungsbericht!