AyurTaBu #2 - Die perfekte Morgenroutine

Guten Morgen von der Sonnenterrasse, wo ich gerade den Tag mit einem Glas ayurvedische Latte Macciatto starte. 

 

Ich wollte ja eigentlich mit ein paar Fastentagen beginnen. Aber die Hitzewelle ist so belastend für den Körper, dass ich das Fasten verschiebe. Das wäre im Moment einfach zu viel. Nicht verschieben will ich allerdings den Beginn meiner Aktivitäten. Ein bisschen probiere ich schon aus und spätestens Montag mit dem Schulbeginn - wenn endgültig wieder der Alltag los geht - starte ich. Womit?

 

Mit der perfekten Morgenroutine. Dem Kernstück der anstehenden Herausforderung. 

 

Ich schenke mir die erste Stunde des Tages...

 

... für meine innerliche Reinigung, denn unser Körper entgiftet nachts. Da macht es Sinn die Stoffe auch entsprechend von der Haut und Zunge zu entfernen. Und mit den Veränderungen, die den Stoffwechsel ankurbeln sollen, ist damit zu rechnen, dass eine noch stärkere Entgiftung statt findet. Also starte ich mit 2 Gläsern lauwarmem Wasser und zusätzlich zu den hier üblichen Hygienemaßnahmen mit Zungeschaben und Ölziehen. 1 Tl Sesamöl bis zu 10 Minuten im Mund kauen bindet die auf der Zunge "abgelegten" Schlacken- und Giftstoffe, so dass man sie mit dem Öl ausspucken kann. Dieses Sekret ist so giftig, dass sogar empfohlen wird, es in einem Tuch in den Müll zu werfen und nicht in den Abfluss zu spucken. Also raus damit.

 

... für meine innere Mitte, die ich nicht nur finden, in der ich vielmehr dauerhaft verweilen möchte. Schon lange faszinieren mich Menschen, die durch eine innere Ruhe, Gelassenheit und Zuversicht ganz souverän durch die Stürme des Lebens navigieren. Auf meine Frage, wie sie das schaffen, berichteten bisher alle von ihrer täglichen Meditationspraxis. Und ich habe es ja schon am eigenen Leib erfahren.  Daher nehme ich mir Zeit für Meditation. Jon Kabat-Zinn, der Erfinder des MBSR (mindfulness based stress reduction) und gewissermaßen mein Lehrmeister sagt ja, 30-45 Minuten müssen täglich sein. Und auch der Dalai Lama sagte:  

"Meditiere täglich 30 Minuten und wenn Du keine Zeit hast 45."

Aber jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt. Und ich habe einen etwas größeren Weg vor mir. Also teile ich mir meine Kräfte ein. Ich starte mit 15 Minuten. Denn...

 

 ... für meine Beweglichkeit und Kondition fange ich wieder eine tägliche Yoga-, Lauf- oder Tanzpraxis an. Dafür muss morgens auch noch 15-30 Minuten Zeit sein. Ich werde diese Aktivität achtsam gestalten, so dass sie gewissermaßen meine Meditationspraxis verlängert. Für meine Yoga-Praxis bin ich schon länger bei "Yogamehome" angemeldet. Ich kann die Plattform aufgrund ihrer Auswahl sehr empfehlen. Yoga-Neulinge sollten allerdings erst mal einen richtigen Kurs besuchen, da in den Asanas (Übungen) die jeweilige Haltung extrem wichtig ist. Es soll ja nichts kaputt gehen. Da ich gute Lehrer hatte, fühle ich mich hier zu Hause mit den Videos allerdings sehr wohl. Es gibt da aber bestimmt auch noch andere Plattformen und auch das Netz der Kurse wird immer enger. Zum Glück.   

 

... für die positive Ausrichtung meines Tages notiere ich mir eine Vision für den TagSo etwas wie "In der Ruhe liegt die Kraft." oder "Lächle und sei froh...". Was auch immer sich während der Meditation zu mir gesellt. Der Satz soll mich in stressigen Situationen daran erinnern, dass ich tief atme, und daran, dass 

… jeder kleine Moment in unserem Leben in der nächsten Sekunde bereits Geschichte ist. Nichts ist ewig.

 

… meine Stunde am Morgen dürfte damit zu Ende sein, so dass ich die letzten zwei Bestandteile meiner Morgenroutine auf die Zeit verschiebe, wenn meine Familie das Haus verlassen hat. Welche das sind? 

 

… das ayurvedische Dusch-Ritual. Ein wunderbares Erlebnis, denn wir starten damit, uns mit einem guten Sesam-, Sonnenblumen- oder Kokosöl den ganzen Körper zu massieren. Das geht unter der Dusche prima. Du kannst Dir aber auch einen gemütlicheren Platz suchen. Ich bin da pragmatisch. Wir beginnen am Kopf. Das ist schon herrlich. Ganz wichtig sind auch die Ohren, in denen viele Marmapunkte (die sind so ähnlich wie die Akkupunkturpunkte im TCM) zusammenlaufen. Auf diese Weise können wir schon den ganzen Körper erreichen und ggfs. sogar Blockaden auflösen. Über das Gesicht wandern wir dann den ganzen Körper hinab, bis zu den Füßen, in denen ja bekanntlich wiederum alle Energiebahnen enden. Aber Vorsicht: jetzt könnte es klitschig werden. Man kann das Öl bis zu 30 Minuten auf der Haut belassen und wirken lassen. Dann wird es mit warmem Wasser und einem Luffa-Handschuh abgespült. Damit entfernen wir auch Schlacken- und Giftstoffe, die der Körper nachts auf die Haut transportiert hat. Auf der Haut verbleibt nur noch ein ganz feiner Ölfilm, der die Haut geschmeidig erscheinen lässt, pflegt und ihr Elastizität schenkt. Du sparst Dir also teure und was die Inhaltsstoffe angeht zweifelhafte Kosmetika und länger dauert es auch nicht, denn Du bist fast fertig, wenn Du die Dusche verlässt. 

 

… ein gesundes und leichtes ayurvedisches Frühstück. Dafür gibt es viele Möglichkeiten. Ich bevorzuge Porridge mit Früchten oder am Wochenende frisch gebackene Waffeln oder Pfannkuchen mit Früchten. 

 

Du fragst Dich, wann ich dafür aufstehe? … um 5 Uhr. Das ist der Teil, an den ich nicht gerne denke. … und deshalb brauche ich Unterstützung durch dieses Tagebuch. Also drückt mir die Daumen. 

 

Und... ich freue mich, wenn ich jemanden mitziehen kann und ihr mir davon schreibt. Es ist übrigens nicht wichtig, das Programm jeden Tag straff durchzuziehen. Du kannst es auch variieren. Aber Du solltest dabei bleiben und in Dich hinein horchen,  was Dir gut tut. Den einen Tag kann das ausgiebiges Tanzen sein. Am anderen Tag Yoga oder eine intensivere Meditation. Viel Spaß!  

 

Die im Text unterstrichenen Wörter sind Links, die Euch weiterhelfen könnten. Wenn Du auch etwas verändern willst und weißt noch nicht genau was, schreib mir. Ich helfe Dir gerne, mit Dir gemeinsam herauszufinden, was Dir gut tut.