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Burnout - und jetzt ? ... der Anfang von Allem

Foto: adobestock @animaflora

 

„Mit dem Rest müssen Sie jetzt leben.“ waren die Worte meines Hausarztes 15 Monate nach dem Zusammenbruch. Ich hatte mich jahrelang aus den Augen verloren, hatte funktioniert, die Signale meines Körpers als Defekte angesehen und die Symptome behandeln lassen. Es wurde immer mehr: Hautprobleme, Migräne, ein empfindlicher Magen, Allergien, hormonelle Themen, Infektanfälligkeit, permanentes Frieren, Gliederschmerzen in den Beinen, Ohrgeräusche.

 

Dann – eines Morgens – drehte sich alles. Und es hörte nicht mehr auf. Ich funktionierte noch, schickte die Kinder zur Schule, fuhr selbst zur Arbeit und merkte schon unterwegs, dass das kein normaler Kreislaufschwindel war, der sich mal eben mit einem Kaffee und einer halben Stunde Füße-hoch-legen beheben ließ. Einen Tag später zog mich mein Hausarzt „aus dem Verkehr“. Es dauerte noch ein paar Wochen, bis mein Körper und ich merkten, dass ich nicht mehr funktionieren wollte. Ich wollte meinen Körper verstehen, ihm zuhören, seine Signale wahrnehmen.

Angespornt von dieser neuen Erfahrung zog mein Körper erst mal so richtig die Notbremse. Meine Tagesenergie reichte jetzt gerade mal bis 11 Uhr morgens, etwa fünf Stunden. Unvorstellbar! In den folgenden Monaten lernte ich in einem 8-Wochenprogramm in MBSR, einem Achtsamkeitstraining von Jon Kabat-Zinn aus den USA, meinem Körper wieder zu vertrauen. Ich gab ihm die Zeit, die er brauchte. Schlief extrem viel, lernte zu meditieren. 

 

15 Monate später ging es mir natürlich schon besser, aber ich hatte noch täglich Gliederschmerzen, vor allem in den Beinen morgens beim Aufstehen. In regelmäßigen Abständen suchten mich immer noch Migräneanfälle heim und meine Tagesenergie reichte bis irgendwann am Nachmittag. Immerhin. Aber wie sollte ich da Job und Familie bewältigen?

 

Die Antwort fand ich im Ayurveda. Ich musste NICHT mit dem Rest leben. Und mit vielen anderen Dingen, die ich in den letzten 20 Jahre angehäuft hatte, auch nicht. Aber das fiel mir erst auf, als sich mein Wohlbefinden verbesserte.

 

Ich lernte mich kennen (meine Grundkonstitution oder „prakriti“). Ich begriff, was ich angerichtet hatte und wie ich nun dastand (die Ist-Konstitution oder „vikriti“). Ich setzte die ersten kleinen Schritte um und stellte nach zwei oder drei Wochen fest, wie viel sich schon jetzt verbessert hatte. Die Gelenkschmerzen wurden weniger. Der Energielevel stieg. Also machte ich weiter.

 

Ob ich auf etwas verzichtet habe? Oh ja! Zu Beginn tat es mir schon weh, auf Wurst, Käse und vor allem auf die lieb gewonnenen, aber unverträglichen Nahrungsmittelkombinationen zu verzichten. Deshalb blieben sie noch eine Weile in meinem Speiseplan, nur  viel seltener. Aber hej… ich habe so viel dazu gewonnen. So viel Lebensenergie. So viel Glück.

Inzwischen vermisse ich nichts mehr. Mit der Zeit habe ich ein Gespür dafür entwickelt, was mir gut tut.  

Essen und Leben nach Ayurveda fängt mit kleinen, aber effektiven Schritten an. Wir ändern unsere Gewohnheiten ganz allmählich, denn nur so können sie sich manifestieren. Ganz behutsam und gerade deshalb extrem nachhaltig. Und wir verzichten auf keine Nahrungsmittel (-gruppen) und geben unserem Körper so die Chance, seine Selbstheilungskräfte zu aktivieren.  


 

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Kommentare: 2
  • #1

    Martina Jordan (Donnerstag, 21 Februar 2019 15:07)

    Das kann ich aus meiner Erfahrung heraus nur genauso unterstreichen.
    Es ist ein tolles Lebensgefühl, wenn man seinem Körper wieder vertrauen kann und weiß wie man sich selbst helfen kann. Ich bin einen ähnlichen Weg gegangen und bin bis heute ein Wunder für die Medizin, daher bin ich meiner Krankheit dankbar, das sie gekommen ist, sie hat mir einen völlig, neuen Lebensweg und eine viel Dankbarere Sichtweise für alles was ich habe und kann beschert.

  • #2

    Cornelia Pessenlehner (Donnerstag, 21 Februar 2019 20:46)

    Toller Beitrag, sehr offen und ehrlich! Kann ich nur bestätigen diese Erfahrungen! Mein Credo: Ayurveda hilft!